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Wiesbaden (pressrelations) -
Nassauische HeimstĂ€tte - GRÜNE: VerkaufsplĂ€ne sind Zeichen unverantwortlicher Wohnungspolitik


Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat in der heutigen Plenardebatte die wichtige strategische Bedeutung der Beteiligung Hessens an der Nassauischen HeimstĂ€tte betont. "Die Nassauische HeimstĂ€tte ist ein zentrales Instrument der hessischen Wohnungspolitik, vor allem aber auch der kommunalen Entwicklungsplanung und als solche muss sie erhalten werden. Ganz besonders im Ballungsraum braucht die öffentliche Hand weiterhin Wohnungsunternehmen, die bezahlbaren Wohnraum schaffen und erhalten", so Kai Klose, wohnungspolitischer Sprecher der GRÜNEN.

"Die Wohnungspolitik der Landesregierung ist eine Katastrophe. Den zustĂ€ndigen Minister Posch interessiert soziale Infrastruktur nicht die Bohne. Deshalb ist es ihm ja auch ein Leichtes gewesen, die Fehlbelegungsabgabe ersatzlos abzuschaffen und ein Wohnraumfördergesetz in Aussicht zu stellen, auf das wir seit Juni vergangenen Jahres warten. Auch in Sachen Nassauische HeimstĂ€tte ĂŒberlĂ€sst der Wirtschaftsminister dem Finanzminister bereitwillig die ZĂŒgel. Dieser spielt mal wieder mit dem Gedanken, die Landesbeteiligung an der Nassauischen HeimstĂ€tte verĂ€ußern zu wollen: Sie sei in seinen Augen keine strategische Beteiligung, sondern verzichtbar. Der schwarz-gelbe Irrglaube, ‚der Markt‘ regele das Zusammenleben am besten rein privatwirtschaftlich und allein, scheint in Hessen leider immer noch unverwĂŒstlich. Gepaart mit dem völligen Desinteresse dieser Koalition an der Lebenssituation von Menschen mit niedrigeren Einkommen hat das zur Folge, dass ihr die Aufgaben, die die Nassauische HeimstĂ€tte im Land erfĂŒllt, vollkommen egal sind. Wie gleichgĂŒltig der Landesregierung die Nassauische HeimstĂ€tte der Regierung ist, zeigt auch dass sie billigend in Kauf nimmt, tausende Mieterinnen und Mieter und zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ganz Hessen zu verunsichern."

Die Begleitmusik, die die Landesregierung im Hintergrund anstimmt, um Ihre PlĂ€ne zu flankieren, nĂ€mlich die HeimstĂ€tte wirtschaftlich schlechtzureden, sei dabei besonders perfide – daher sei es wichtig, sich die Fakten einmal nĂ€her anzuschauen. Dazu Klose: "Im Branchenvergleich ist der Unternehmensverbund Nassauische HeimstĂ€tte/Wohnstadt ein gesundes und stabiles Unternehmen, das im Kennzahlenvergleich entsprechender Unternehmen in Deutschland einen vorderen Platz einnimmt. Auch bei der Wirtschaftlichkeit des Personaleinsatzes ist die Nassauische HeimstĂ€tte stets vorn – auch im Vergleich z.B. zur Frankfurter ABG Holding. Die Nassauische HeimstĂ€tte schlecht zu reden, geht schlicht an der Wirklichkeit vorbei. Wir brauchen als Land Hessen die Nassauische HeimstĂ€tte jenseits ihrer klassischen Aufgabe, bezahlbaren Wohnraum zur VerfĂŒgung zu stellen, gerade auch als Instrument der Landes-, Stadt- und Projektentwicklungsplanung. Insbesondere fĂŒr kleine Kommunen ist die Nassauische HeimstĂ€tte mit ihrer Netzwerkstruktur und ihrer ĂŒberregionalen Perspektive ein wichtiger, unverzichtbarer Partner."

"Öffentlich spricht Schwarz-Gelb bisher von einem Verkauf der HeimstĂ€tte an die Helaba. Hinter den Kulissen aber, das pfeifen in Frankfurt die Spatzen von den DĂ€chern, bereitet die Landesregierung eine Wahlkampfoperation zugunsten Ihres Frankfurter OB-Kandidaten auf dem RĂŒcken besorgter Mieterinnen und Mieter vor. Das Drehbuch sieht dabei wie folgt aus: ZunĂ€chst schĂŒren Sie die Sorgen und Ängste der betroffenen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger um ihre Wohnungen – in dieser Phase befinden wir uns jetzt – dann, so der Plan, reitet der vermeintliche "Weiße Ritter" Boris Rhein ein und bietet großzĂŒgig an, die Stadt Frankfurt in Gestalt der ABG Holding könne doch die Mehrheit an der HeimstĂ€tte ĂŒbernehmen, um den Frankfurter Mieterinnen und Mietern ihre Sicherheit zurĂŒckzugeben. Der Held lĂ€sst sich sodann als Retter der SchwĂ€cheren feiern, gewinnt soziales Profil, woran es ihm ja merklich mangelt, und tritt das Erbe von Petra Roth an."

"Die Nassauische HeimstĂ€tte/ Wohnstadt ist kein Thema fĂŒr durchsichtige Wahlkampfmanöver. Ein starker Wirtschaftsstandort braucht auch ein stabiles soziales Fundament. Deshalb: Finger weg von der HeimstĂ€tte – ihre wichtige Funktion kann sie nur als landesweit orientierte Gesellschaft im Interesse des Landes, seiner Kommunen und der hier lebenden Menschen leisten."


Pressestelle der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag
Pressesprecherin: Elke Cezanne

Schlossplatz 1-3; 65183 Wiesbaden
Fon: 0611/350597; Fax: 0611/350601
Mail: presse-gruene@ltg.hessen.de
Web: http://www.gruene-hessen.de/landtag


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