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Wiesbaden (pressrelations) -
Europa im Jahre 2012 – was erwartet uns?


Die hessische EuropastaatssekretĂ€rin Nicola Beer stellte auf Einladung des Europe-Direct-Relais im Kreishaus Dietzenbach die Europa-Schwerpunkte der Hessischen Landesregierung im Jahre 2012 vor. Beherrschendes Thema sei die Überschuldung diverser Staaten im SĂŒden der EU: "Wir haben eine Staatsschuldenkrise – keine Eurokrise. Den Euro schlecht zu reden, verstellt den Blick fĂŒr das Wesentliche: Wir brauchen eine Neuauflage des StabilitĂ€tspakts, ein Ende maßloser Schuldenpolitik in einzelnen Staaten."

Gerade auf diesem Themenfeld habe die Landesregierung, gemeinsam mit Partnern, in vielen GesprĂ€chen das Engagement der Bundeskanzlerin unterstĂŒtzt, aber auch wichtige Grenzen gezogen: "Es gab keine Banklizenz fĂŒr den Rettungsschirm, also keine Lizenz zum Geld drucken, keine Eurobonds, mit denen die Schulden einzelner Staaten zu Lasten aller EurolĂ€nder umgewĂ€lzt worden wĂ€ren. Wir haben auf Haftungsobergrenzen gedrungen. Wir wollen die Einbindung privater GlĂ€ubiger durch einen Schuldenschnitt", StaatssekretĂ€rin Nicola Beer: "Die gegenwĂ€rtig notwendigen Hilfen und die damit ausgeĂŒbte SolidaritĂ€t sind aber keine Einbahnstraße: Wir fordern strikte Sparauflagen."

Schuldenkrise nicht das einzige Thema

Doch die Schuldenkrise sei nicht das einzige Thema, erlĂ€uterte StaatssekretĂ€rin Nicola Beer: "Etwa 80 Prozent unserer Rechtsvorschriften kommen entweder direkt aus BrĂŒssel oder werden von dortigem Recht beeinflusst. Wer dort nicht prĂ€sent ist, kann nicht eingreifen. Wenn wir nicht dorthin gehen und unsere Stimme erheben, werden wir nicht gehört. So konnten wir erreichen, dass auch in Zukunft Hessen Gelder aus den Strukturfonds erhĂ€lt, nach ersten PlĂ€nen der Kommission sollte das nicht mehr der Fall sein; in der jetzigen Förderphase erhĂ€lt Hessen 450 Millionen Euro aus dem EU-Strukturfonds ĂŒber sieben Jahre verteilt, die gerade in Nordhessen und Osthessen eingesetzt werden. Wir konnten diverse Konflikte um die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie im Stillen lösen, als es um den Bau der neuen Landebahn ging oder um den Ausbau der A 44. Die Hessische Landesvertretung nimmt Interessen des weltweit bedeutenden Finanzplatzes Frankfurt wahr. Schließlich konnten durch den Einsatz der hessischen Vertreter in BrĂŒssel auch Belastungen fĂŒr die hessische Chemieindustrie abgewehrt werden."

"Wir vertreten in BrĂŒssel nicht nur die MittelstĂ€ndler im Odenwald", so StaatssekretĂ€rin Beer: "Wir holen jĂ€hrlich etwa 330 Millionen Euro Fördergelder nach Hessen. Wir kĂ€mpfen aber auch fĂŒr einen Finanzplatz von Weltrang und fĂŒr den grĂ¶ĂŸten Flughafen des Kontinents."

StaatssekretĂ€rin Nicola Beer: "Wir wollen ein Europa, zu dessen StĂ€rke der Mut zur SelbstbeschrĂ€nkung gehört, und das nach dem Prinzip der SubsidiaritĂ€t nur dort handelt, wo eine europĂ€ische Lösung besser ist als eine in nationaler Eigenverantwortung. Gleichwohl sind wir der Auffassung, dass Europa seine Kraft aus der gelebten Idee der ‚Einheit in Vielfalt‘ schöpft. Dieses Prinzip zu wahren und zu schĂŒtzen ist eine Kernaufgabe europĂ€ischer Politik".

Zum Hintergrund: EUROPE DIRECT ist ein Informationsnetzwerk der EuropĂ€ischen Kommission mit rund 480 Stellen in ganz Europa. Es fungiert als eine Schnittstelle zwischen BĂŒrgern und der EU auf lokaler Ebene und hat die Aufgabe, den BĂŒrgern vor Ort Informationen, Rat, Hilfe und Antworten auf Fragen ĂŒber die EuropĂ€ische Union zu geben. Sie sollen zudem die lokale und regionale Debatte ĂŒber die EuropĂ€ische Union und ihre Maßnahmen fördern und es den EuropĂ€ischen Institutionen ermöglichen, Informationen gezielter zu verbreiten. In Hessen haben wir vier Relais und ein assoziiertes Mitglied. Als Teil dieses Netzwerks betreibt der Kreis Offenbach seit dem Sommer 2005 mit der finanziellen UnterstĂŒtzung der EuropĂ€ischen Kommission ein EUROPE DIRECT-Informationszentrum im Kreishaus in Dietzenbach.


Pressestelle: Ministerium der Justiz, fĂŒr Integration und Europa
Pressesprecher: Dr. Hans Liedel
Telefon: (0611) 32 2695, Fax: (0611) 32 2691
E-Mail: pressestelle@hmdj.hessen.de


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