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Berlin (pressrelations) -
SpĂ€te Genugtuung fĂŒr die Opfer der Diktatur in Argentinien


Zur Verurteilung ranghoher MilitĂ€rs in Argentinien wegen planmĂ€ĂŸigen Babyraubs erklĂ€rt der menschenrechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Christoph StrĂ€sser:

Neugeborene ihren MĂŒttern wegzunehmen, an Armeeangehörige zu geben und die MĂŒtter zu ermorden – menschenverachtender geht es kaum. Gerechtfertigt wurde dieser systematische Babyraub selbst noch nach ĂŒber 30 Jahren von den Angeklagten damit, dass die MĂŒtter "Aktivistinnen einer Terrorismusmaschinerie" gewesen seien. 500 Kinder sollen auf diese Weise an regimetreue "Eltern" gegeben worden sein.

Die Verurteilung der ehemaligen Diktatoren Videla und Bignone zu 50 beziehungsweise 15 Jahren Haft ist nur symbolisch, sind doch beide bereits wegen anderer Verbrechen lebenslang in Haft. Auch weitere MilitĂ€rs wurden zu zum Teil hohen Haftstrafen verurteilt. FĂŒr die Opfer und die gesamte argentinische Gesellschaft ist das Urteil von grĂ¶ĂŸter Bedeutung. Es erkennt das Leid der Opfer an und fördert die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Nur so kann zumindest langfristig eine Aussöhnung gelingen.

Jahrzehntelang haben die GroßmĂŒtter der Plaza de Mayo ihre Töchter und Enkel gesucht und die Aufarbeitung der Verbrechen wĂ€hrend der MilitĂ€rdiktatur gefordert. Erst unter PrĂ€sident Nestor Kirchner wurde dies ab 2003 möglich, nachdem die Amnestiegesetze aufgehoben worden waren.


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