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Berlin (pressrelations) -
Menschenrechtsbeauftragter "sehr erschrocken" ĂŒber Untersuchungshaft fĂŒr Pussy Riot


Ein Moskauer Gericht hat die Untersuchungshaft von drei Mitgliedern der russischen Punkgruppe "Pussy Riot" bis 12. Januar 2013 verlÀngert.

Hierzu erklÀrte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Markus Löning heute (20.07.):

"Ich bin sehr erschrocken ĂŒber die drakonische VerlĂ€ngerung der Untersuchungshaft fĂŒr die KĂŒnstlerinnen von "Pussy Riot".
Die verhÀngte Untersuchungshaft von insgesamt 10 Monaten steht in keinem VerhÀltnis zu dem, was den drei Frauen vorgeworfen wird. Sie ist absurd und zieht die Familien und Kinder der Frauen grotesk in Mitleidenschaft.

Ich rufe Russland auf, Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst zu wahren. Ich hoffe, dass die russischen Behörden die Frauen endlich wieder freilassen und eine Einstellung der Verfahren prĂŒfen."

Hintergrund:
Die russische KĂŒnstlerinnengruppe hielt am 21.02.2012 in einer Moskauer Kathedrale ein "Punk-Gebet" mit dem Titel "Lieber Gott, erlöse uns von Putin" ab. Seit ihrer Festnahme im MĂ€rz befinden sich drei Mitglieder der Gruppe in Untersuchungshaft.

Ende Juni wurden die Ermittlungen offiziell fĂŒr beendet erklĂ€rt, und es wurde Anklage wegen schweren Rowdytums erhoben. Laut russischem Strafgesetzbuch können dafĂŒr bis zu sieben Jahre Haft verhĂ€ngt werden.

Heute fand eine erste prozessvorbereitende Anhörung statt, als deren Ergebnis die Untersuchungshaft bis zum 12. Januar 2013 auf dann insgesamt ca. 10 Monate verlÀngert wurde.

Die nĂ€chste Anhörung soll am Montag, 23. Juli stattfinden. Über den Prozessbeginn wurde noch keine Entscheidung getroffen.
Die Bundesregierung steht ĂŒber die Botschaft Moskau in Kontakt mit den AnwĂ€lten der Gruppe und wird den Fall weiter aufmerksam beobachten.


Kontakt:
AuswÀrtiges Amt
Werderscher Markt 1
10117 Berlin

Telefon: 030 5000-2056
Telefax: 030-5000-3743

Mail: poststelle@auswaertiges-amt.de
URL: http://www.auswaertiges-amt.de


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