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Bonn (pressrelations) -
Im Mittelpunkt steht immer der Mensch


Kongress der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Palliativmedizin im September in Berlin

Berlin – Unheilbar kranke Menschen benötigen eine ganz besondere Zuwendung. Oft belasten Angst und Schmerz sowie soziale und psychische Probleme diese Patienten. Wie den Betroffenen und ihren Angehörigen noch besser geholfen werden kann, das diskutieren rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer anlĂ€sslich des 9. Kongresses der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Palliativmedizin (DGP) vom 12. bis 15. September 2012 im Berliner Congress Centrum (bcc). Ein Schwerpunktthema wird die sogenannte "Early Integration" sein, die multiprofessionelle und interdisziplinĂ€re VerknĂŒpfung von BehandlungsansĂ€tzen, die sich einerseits noch gegen die Krankheit richten, andererseits aber der Symptomlinderung besondere Bedeutung beimessen.

Unheilbar kranke Menschen psychosozial zu unterstĂŒtzen und ihre körperlichen Beschwerden zu lindern – das ist Aufgabe der Palliativversorgung. Sie legt sich wie ein schĂŒtzender Mantel – lateinisch "pallium" – um Schwerstkranke und Sterbende.

Dem Konzept "Early Integration" wird wĂ€hrend des 9. Kongresses der DGP eine hohe wissenschaftliche und klinische Bedeutung beigemessen. "Lange Zeit hatte die Palliativmedizin vornehmlich Patienten in der Zeit unmittelbar vor ihrem Lebensende im Blick – wenn sie als ‚austherapiert‘ galten", sagt Professor Dr. Christof MĂŒller-Busch, emeritierter Leitender Arzt der Abteilung fĂŒr AnĂ€sthesiologie, Schmerztherapie und Palliativmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe in Berlin und einer der drei KongressprĂ€sidenten. "‚Early Integration‘ spiegelt die Ă€ußerst dynamische Entwicklung in der Palliativmedizin der letzten Jahre wider und ist gleichzeitig fĂŒr die alltĂ€gliche Betreuung und Begleitung von Patienten und ihren Angehörigen bedeutsam. Heute ist es internationaler Standard, dass die Palliativmedizin bereits dann angewandt wird, wenn Patienten mit metastasierten Tumoren und anderer Symptomatik noch kurativ behandelt werden." Fachleute kĂŒmmern sich dabei um Symptome wie Atemnot und Angst, Schmerz und Unruhe sowie um soziale und psychische Probleme. "Kombiniert mit einer spirituellen Begleitung tragen diese Maßnahmen zu einer wesentlichen Verbesserung der LebensqualitĂ€t bei", so MĂŒller-Busch.

DarĂŒber hinaus betonen die KongressprĂ€sidenten Martina Kern vom Zentrum fĂŒr Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus Bonn und Prof. Dr. Michael Ewers von der CharitĂ© Berlin, dass es auch Patientengruppen gibt, deren Behandlung und Betreuung aufgrund ihrer LebensumstĂ€nde nicht in bewĂ€hrter Form ablaufen kann. Menschen, die von Wohnungslosigkeit, Haft oder geistiger Behinderung betroffen sind, stellen dabei spezielle Herausforderungen. "Im Rahmen des Kongresses werden wir die Möglichkeiten und Grenzen ihrer palliativen Versorgung ausloten", so Ewers. "Diese schwĂ€chsten Patientengruppen zeigen uns, wie wichtig Fachveranstaltungen wie der Kongress fĂŒr Palliativmedizin sind."

Diese Meinung teilt auch Professor Dr. Friedemann Nauck, PrĂ€sident der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Palliativmedizin: "Um mit uns einer ambulanten wie stationĂ€ren sowie spezialisierten und allgemeinen Palliativversorgung zukĂŒnftig noch einen Schritt nĂ€her zu kommen, laden wir alle Interessierten herzlich vom 12. bis zum 15. September 2012 nach Berlin ein."

Weitere Informationen zur Palliativmedizin und zum 9. DGP-Kongress gibt es unter www.palliativmedizin.de und www.dgp2012.de.

Hintergrund-Information: Palliativmedizin in Deutschland

Als am 7. April 1983 die erste Palliativstation an der Chirurgischen Klinik der UniversitĂ€t zu Köln eröffnet wurde, musste man Deutschland noch als palliativmedizinisches Entwicklungsland bezeichnen. Heute gibt es hierzulande mehr als 400 Palliativstationen und Hospize. Die Deutsche Krebshilfe hat den Weg fĂŒr diesen Prozess von Anfang an geebnet und schon die erste Palliativstation in Köln gefördert. Bis heute hat die Organisation insgesamt mehr als 63 Millionen Euro in den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen, Stiftungsprofessuren, in Forschungsprojekte mit palliativmedizinischen Inhalten sowie in Akademien fĂŒr die palliativmedizinische Aus- und Weiterbildung investiert. Inzwischen ist die Palliativmedizin ein unverzichtbarer Bestandteil der Krankenversorgung und Lehrfach in der medizinisch-universitĂ€ren Ausbildung.

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Palliativmedizin e.V. (DGP) steht als wissenschaftliche Fachgesellschaft fĂŒr die interdisziplinĂ€re und multiprofessionelle Vernetzung. Ihre ĂŒber 4.000 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich fĂŒr eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.


Jan F. Turner
Pressereferent
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel: +49 228 72990-275
Fax: +49 228 72990-11
E-Mail: turner@krebshilfe.de

Deutsche Krebshilfe e.V.
Buschstr. 32 53113 Bonn
www.krebshilfe.de


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